ToFu, MoFu, BoFu: Content entlang der Customer Journey erklärt

Albert Ipgefer
Gründer · Wohlstandsmarketing
Du schreibst Inhalte, aber es kommen keine Anfragen? Oft liegt es nicht an der Qualität, sondern an der Phase: Ein kaufbereiter Interessent braucht etwas anderes als jemand, der gerade erst sein Problem erkennt. ToFu, MoFu und BoFu ordnen genau das — und machen aus zufälligem Content einen Pfad, der zum Auftrag führt.
Warum Content eine Funnel-Logik braucht
Ein Interessent durchläuft drei grobe Phasen, bevor er kauft. Anfangs spürt er nur ein Problem. Dann vergleicht er Lösungswege und Anbieter. Erst zum Schluss trifft er die Entscheidung. Diese drei Phasen heißen im Marketing ToFu, MoFu und BoFu — Top, Middle und Bottom of Funnel.
Der Fehler vieler Betriebe: Sie schreiben Inhalte, die nur zur letzten Phase passen — Leistungsseiten und Preise. Wer aber sein Problem noch gar nicht eingeordnet hat, ist für diese Seiten nicht bereit. Er springt ab. Content entlang der Customer Journey holt Menschen dort ab, wo sie gerade stehen, und begleitet sie Stufe für Stufe nach unten.
ToFu: Aufmerksamkeit gewinnen
Top of Funnel ist die breiteste Stufe. Hier hat dein Wunschkunde ein Problem, sucht aber noch keine konkrete Lösung — geschweige denn dich. Dein Ziel ist nicht der Verkauf, sondern dass er dich überhaupt findet und als hilfreich wahrnimmt.
Passende Inhalte für diese Stufe:
- Ratgeber-Blogartikel, die typische Fragen deiner Branche beantworten
- Checklisten und einfache Anleitungen zum Mitnehmen
- Erklärungen zu Symptomen und Ursachen („Warum bekomme ich keine Anfragen?“)
- Begriffs-Erklärungen wie dieser Artikel hier
Beispiel Handwerk: Ein Artikel „5 Anzeichen, dass deine Heizung getauscht werden sollte" erreicht Menschen, die noch gar nicht nach einem Installateur suchen — aber bald suchen werden. Du bist dann schon präsent. ToFu-Content darf großzügig informieren, ohne hart zu verkaufen.
MoFu: Vertrauen und Vergleich
Middle of Funnel ist die Abwägungsphase. Der Interessent kennt jetzt sein Problem und mögliche Lösungswege. Er vergleicht Ansätze, Methoden und Anbieter. Hier entscheidet sich, ob du in seine engere Auswahl kommst.
Passende Inhalte für diese Stufe:
- Vergleiche zwischen Lösungswegen („Eigenbau vs. Agentur“)
- Case Studies und Vorher-Nachher-Beispiele
- Anbieter-Kriterien („Worauf du bei der Auswahl achten solltest“)
- Webinare, Whitepaper oder ausführliche Leitfäden im Tausch gegen die E-Mail-Adresse
MoFu-Content darf Position beziehen. Zeig, warum dein Weg funktioniert, belege es mit Ergebnissen und nimm typische Bedenken vorweg. Wer hier Vertrauen aufbaut, gewinnt den späteren Vergleich fast automatisch.
BoFu: Die Kaufentscheidung
Bottom of Funnel ist die schmalste, aber wertvollste Stufe. Der Interessent ist kaufbereit und prüft nur noch, ob du der richtige Partner bist. Jetzt darfst — und sollst — du konkret werden.
Passende Inhalte für diese Stufe:
- Leistungs- und Angebotsseiten mit klarem Nutzen
- Preise, Pakete und transparente Konditionen
- Referenzen, Kundenstimmen und Garantien
- Klare Handlungsaufforderung: Beratungsgespräch, Demo, Anfrageformular
Hier zahlt sich aus, dass du vorher in ToFu und MoFu investiert hast: Der Interessent kommt vorgewärmt an. Deine Leistungsseiten müssen jetzt nur noch Sicherheit geben und die Hürde zur Kontaktaufnahme so niedrig wie möglich halten.
Stufen verzahnen und intern verlinken
Einzelne Inhalte pro Stufe reichen nicht — sie müssen ineinander greifen. Der entscheidende Hebel ist die interne Verlinkung: Jeder Inhalt zeigt den logischen nächsten Schritt.
- ToFu → MoFu: Am Ende eines Ratgeber-Artikels verlinkst du auf einen Vergleich oder eine Case Study. Wer das Problem verstanden hat, will als Nächstes Lösungen abwägen.
- MoFu → BoFu: Aus dem Vergleich führst du auf deine Leistungsseite — dorthin, wo der Interessent buchen oder anfragen kann.
- Querverweise: Themenverwandte Artikel verlinken sich gegenseitig. Das hält Besucher länger und stärkt nebenbei das SEO.
Wer das systematisch aufbauen will, plant Content nicht als lose Artikel, sondern als zusammenhängendes Netz. Wie das im Content-Marketing strukturiert funktioniert, lohnt sich vorab durchzudenken — sonst entstehen viele Inhalte ohne Pfad. Faustregel fürs Verhältnis: etwa 60 Prozent ToFu, 25 Prozent MoFu, 15 Prozent BoFu.
Typische Fehler im Mittelstand
- Nur BoFu-Content: Die Website besteht aus Leistungsseiten und Preisen — aber nichts erzeugt oben im Funnel Aufmerksamkeit. Es kommt schlicht niemand an.
- Sackgassen ohne nächsten Schritt: Gute Artikel ohne Verlinkung und ohne Handlungsaufforderung. Der Leser ist überzeugt — und weiß nicht, wohin.
- Verkaufen in der falschen Phase: Im ToFu-Artikel schon hart zum Kauf drängen. Das verschreckt Menschen, die gerade erst recherchieren.
- Kein Plan, nur Output: Inhalte werden produziert, weil „man Content braucht“ — ohne zu wissen, welche Stufe sie bedienen. Ergebnis: viel Aufwand, kein System.
- MoFu komplett ausgelassen: Es gibt Aufmerksamkeit (ToFu) und Angebote (BoFu), aber nichts dazwischen, das Vertrauen aufbaut. Genau hier kippen die meisten Entscheidungen.
Der Funnel muss nicht groß sein. Schon drei gute ToFu-Artikel, eine ehrliche Vergleichsseite und eine starke Leistungsseite mit Referenzen ergeben einen funktionierenden Pfad. Entscheidend ist nicht die Menge, sondern dass jede Phase abgedeckt ist — und die Stufen sauber ineinandergreifen.
Über den Autor

Albert Ipgefer
Gründer · Wohlstandsmarketing
Albert baut seit 2025 mit Wohlstandsmarketing Webseiten + KI-Sichtbarkeit für DACH-Mittelstand. Spezialisiert auf die 90-Tage-WSM-Methode: konvertierende Webseite live in 7 Tagen, danach 83 Tage konstante Optimierung für Google, ChatGPT, Perplexity und Claude. Sitz in Bad Ems, betreut Kunden in der gesamten DACH-Region.
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FAQ
Häufige Fragen zu diesem Thema
Was bedeuten ToFu, MoFu und BoFu?+
ToFu (Top of Funnel) ist die Aufmerksamkeitsphase: Der Interessent hat ein Problem, kennt aber noch keine Lösung. MoFu (Middle of Funnel) ist die Abwägungsphase: Er vergleicht Lösungswege und Anbieter. BoFu (Bottom of Funnel) ist die Entscheidungsphase: Er ist kaufbereit und braucht den letzten Anstoß.
Welcher Content gehört in welche Funnel-Stufe?+
ToFu: Ratgeber, Blogartikel, Checklisten, Erklärungen zu Symptomen. MoFu: Vergleiche, Case Studies, Webinare, Whitepaper, Anbieter-Kriterien. BoFu: Leistungsseiten, Preise, Demos, Beratungsgespräche, Referenzen und Garantien.
Wie viel Content brauche ich pro Stufe?+
Im Mittelstand bewährt sich ein Verhältnis von etwa 60 Prozent ToFu, 25 Prozent MoFu, 15 Prozent BoFu. Viele Betriebe drehen das versehentlich um — sie haben nur Verkaufsseiten und nichts, was oben im Funnel Aufmerksamkeit erzeugt.
Wie verbinde ich die Funnel-Stufen miteinander?+
Über interne Verlinkung und klare nächste Schritte. Jeder ToFu-Artikel verweist auf einen passenden MoFu-Inhalt, jeder MoFu-Inhalt führt zu einer BoFu-Seite. So entsteht ein Pfad statt einzelner Sackgassen.
Brauche ich als kleines Unternehmen wirklich einen Content-Funnel?+
Ja. Auch ein Handwerksbetrieb oder eine Kanzlei hat eine Customer Journey. Der Funnel muss nicht groß sein — schon drei ToFu-Artikel, eine Vergleichsseite und eine starke Leistungsseite mit Referenzen bilden einen funktionierenden Funnel ab.